Gesunder Darm - Gesundes Tier

Darmsanierung, aber bitte richtig!


Paracelsus wusste schon vor vielen Jahren: „Ist die Darmflora erst einmal zerstört, ist sie Ausgangspunkt für viele Krankheiten.“

Gesundheit beginnt im Darm und dennoch wird ihm meist noch viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Ein enger Zusammenhang zwischen bestimmten Erkrankungen und dem Darm wird schlichtweg meist nicht gesehen und somit auch nicht behandelt.

Jeden Tag wird er mit verschiedenen Dingen konfrontiert. Wir bzw. unsere Tiere nehmen in erster Linie natürlich Essen und Futter, Getränke, vielleicht Medikamente, ABER auch Schadbakterien, Viren, Pilze und Umweltgifte zu uns. Somit gilt, was Außen ist, ist auch gleich Innen. Um überleben zu können, braucht es eine Instanz, welche beides voneinander in sinnvoll und schädlich trennt. Diese immens wichtige Aufgabe übernimmt die Darmschleimhaut, welche aber nur unter Beteiligung der Darmflora gemeistert werden kann.

Die Aufgaben der Darmflora sind vielfältig:
Sie baut Nährstoffe ab und macht sie verfügbar, sie schützt gegen pathogene Erreger, sie entwickelt und trainiert das Immunsystem (ca. 80 % des Immunsystems sind im Darm angesiedelt!) und sie entgiftet körperfremde Stoffe wie Pflanzenschutzmittel, Mykotoxine und bakterielle Toxine. Für einen gesunden Organismus ist eine gesunde und ausgeglichene Darmflora also das A und O.

Genau genommen spricht man heute nicht mehr von Darmflora, sondern von Intestinalflora, intestinalem Mikrobiota oder intestinalem Mikrobiom. Ich spreche dennoch gerne weiterhin von Darmflora, denn es lässt sich hier ein wunderbarer, bildlicher Vergleich anstellen:
Als Flora wird die Gesamtheit aller Pflanzen bezeichnet und früher wurden Bakterien dem Pflanzenreich zugeordnet, daher auch der Name Darmflora.
Blumen/Pflanzen (= Flora) möchten von uns gepflegt werden, wir müssen uns um sie kümmern, wenn wir wollen, dass sie in voller Pracht erstrahlen. Achten wir nicht auf sie, verkümmern sie und lassen schnell die Köpfe hängen. So ist das auch mit der Darmflora.

Bei unserer Haltung, und egal mit welcher Fütterungsmethode, können Tiere in der heutigen Zeit ihre Darmflora nicht von selbst stabil halten. Daher sollte der Darm immer wieder unterstützt, gepflegt, geschützt und abgedichtet werden. Darmgesundheit ist eine individuelle Sache. Selbst bei Tieren, welche im selben Haushalt leben und genau gleich gefüttert werden, sieht die Darmbesiedelung unterschiedlich aus.

Ist die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten, wird dies als Dysbiose oder Dysbakterie bezeichnet. Mögliche Ursachen hierfür sind:

  • Beeinträchtigung bei der Ausbildung einer intakten Darmflora im Welpenalter (Entwurmungen, Antibiose, Infektionen, Immunschwäche)
  • Umweltgifte (u. a. Glyphosat)
  • Medikamenteneinnahme (Antibiotika, Cortison, …)
  • Chemische Entwurmungen und Floh- oder Zeckenmittel
  • Falsche/schlechte/verpilzte Fütterung
  • Pankreasinsuffizienz
  • Durchfälle, sowohl bakteriell, als auch viral
  • Allergien/Unverträglichkeiten
  • Chronische Entzündungen (z. B. IBD)
  • Fertigfutter über längere Zeit
  • Stress
  • Alter

Eine Störung der physiologischen Darmflora ist nicht  immer direkt von Außen erkennbar! Die Kotbeschaffenheit kann trotzdem normal sein. Ist die Darmwand allerdings nicht von „guten“ Darmbakterien besetzt, können ungewollte Keime diesen Platz einnehmen und sich ansiedeln.
Häufige chemische Entwurmungen, aber auch schulmedizinische Giardienbehandlungen beim Welpen sowie Kaiserschnittgeburten führen bereits beim jungen Hund gerne zu Darmproblemen, welche sich über ein komplettes Hundeleben hinziehen können.

Die offensichtlichen Symptome eines gestörten Darms können vielseitig sein:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Blähungen
  • Wechselnde Kotkonsistenz
  • Schleimiger und/oder ungeformter Kot
  • Infektanfälligkeit
  • Chronische oder wiederkehrende Entzündungen (z. B. Otitis)
  • Allergien
  • Hautprobleme
  • Bauchgeräusche
  • Exzessives Gras- oder Kotfressen
  • Usw.


Darmsanierung, aber bitte richtig!

Darmsanierung bedeutet: Regulieren was nicht da sein soll und zuführen was fehlt.

Eine richtige und zielgerichtete Darmsanierung bedeutet nicht, dass einfach mehr oder weniger wahllos ein x-beliebiges Präparat - und davon gibt es eine Vielzahl - zum Darmaufbau genommen wird. Ganz nach dem Motto: Ich werfe einen Kieselstein ins Meer - irgendetwas wird dann schon passieren. So einfach ist es dann leider doch nicht und man sollte schon wissen was man tut. Vor allem ist eine Darmsanierung immer eine ganz individuelle Angelegenheit. Was z. B. bei Hund A funktioniert, muss bei Hund B deswegen noch lange nicht das Richtige sein. Es reicht eine einzige Kotprobe, um die Darmflora untersuchen zu lassen. Anschließend kann gezielt je nach Befund mit Pro- und Präbiotika eine Darmsanierung durchgeführt werden.

Bitte sprechen Sie mich an, gerne berate ich Sie, wie der Darm Ihres Tieres individuell saniert und aufgebaut werden kann.